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Couragiert widerständig: Als Hitler aus der Weihnachtskrippe verschwand

Das Motto der FriedensDekade 2026: Ein Akt des stillen Widerstands im Saarland 1935

Autorin: Dr. Pascale Jung, Fachreferentin Ökumene

Zur Aktualität des Mutes

Das Motto der kommenden Ökumenischen FriedensDekade 2026 lautet couragiert widerständig. Dieses Motto ist ein Aufruf zur Haltung in einer Welt, die von Polarisierung und militärischen Reflexen geprägt ist. Doch die Notwendigkeit von Mut und Gewissen ist nicht neu.

Gerade die Weihnachtszeit erinnert uns daran, dass der Ruf nach Frieden oft im Stillen beginnt. Die folgende historische Begebenheit, die sich 1935 im Saarland zutrug, zeigt auf beeindruckende Weise, wie ein kleiner, aber entscheidender Akt des Widerstands die Botschaft des Friedensfürsten in politisch dunklen Zeiten verteidigte. Sie liefert damit eine zeitlose Blaupause für unser Motto couragiert widerständig.

Couragiert und widerständig gegen Hitler in der Weihnachtskrippe

Saarland 1935. Nach dem ersten Weltkrieg war das Saargebiet unter Völkerbundverwaltung gestellt worden. Im Januar hatten die Saarländer:innen mit riesiger Mehrheit für die Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich entschieden. Die Bischöfe Franz Rudolf Bornewasser aus Trier und Ludwig Sebastian aus Speyer riefen bei der Saarabstimmung offen zur Stimmabgabe für Nazi-Deutschland auf.

Im Dezember wurde das erste Weihnachten unter der nationalsozialistischen Regierung gefeiert. Auf den ersten Blick war alles wie früher. In vielen Kirchen standen Krippendarstellungen. Josef und Maria, das Christkind, Ochs und Esel, die Hirten.

Die Krippe im politischen Zeitgeschehen

Doch in einem kleinen Dorf im nördlichen Saarland wird die Krippenszene noch erweitert.

Von links rückt das deutsche Heer vorbei an einer Gruppe mit dem Führer und anderen Personen des politischen Zeitgeschehens zur Krippe hin. Die Krippe sollte so in das Zeitgeschehen hineingestellt werden. Aufgestellt wurden die Figuren von einem nationalsozialistischen Pfarrer.

Es gab viel Diskussion darum, was der Führer in der Krippe zu suchen hätte, aber die Weihnachtstage vergingen und Hitler und das deutsche Heer marschierten immer noch stramm auf die Krippe zu.

Der Diebstahl des Kriegshetzers

Doch eines Tages nach Neujahr 1936 war die Hitlerfigur plötzlich verschwunden. Diebstahl in der Kirche und zudem die Figur des Führers! Die Ermittlungen begannen und bald war klar, dass der Täter ein junger Theologiestudent war, der sich auf Weihnachtsurlaub bei seinen Eltern befand. Er wird verurteilt und bekommt für den Fall, dass er einmal Priester im Saarland wird, schon vorsorglich die Befugnis entzogen, Religionsunterricht zu erteilen.

Diese Geschichte habe ich vor vielen Jahren gelesen. Immer wieder um die Weihnachtszeit fällt sie mir wieder ein.

Ein Mensch, der couragiert handelt, der weiß, was ihm blühen kann, wenn er erwischt wird, der aber seinem Gewissen folgt, der stillen Widerstand leistet. Er hat den Kriegshetzer aus der Krippe des Friedensfürsten herausgeholt. Er hat ihn herausgeholt aus der Schar der Engel, die singen „Friede auf Erden den Menschen“.

Auch in unserer Zeit braucht es Menschen, die ihrem Gewissen folgen, und manchmal mit kleinen Gesten und Handlungen gegen die Strukturen kämpfen, die wenig mit Menschlichkeit und Nächstenliebe zu tun haben, die sich einsetzten, dass die Botschaft des menschgewordenen Gottes wahr wird: „Ich liebe dich, du Welt und du Mensch“. (Karl Rahner)

Das Erbe des stillen Widerstands

Die Tat des jungen Theologiestudenten erinnert uns daran, dass der Ruf nach Frieden stets dort beginnen muss, wo unsere Werte bedroht werden. Sein Handeln, damals als krimineller Akt verfolgt, ist heute ein leuchtendes Beispiel für das, was couragiert widerständig bedeutet.

Lassen Sie uns in der heutigen Zeit, in der die Stimmen für Aufrüstung und Polarisierung laut sind, unserem Gewissen folgen. Die Ökumenische FriedensDekade lädt alle ein, Teil dieses stillen, aber wirkungsvollen Widerstands zu sein. Finden Sie in der Weihnachtszeit und darüber hinaus Ihre eigene Form der mutigen Haltung.

Für Frieden couragiert widerständig.

EINLADUNG: Schreibwerkstatt 2026: Werden Sie couragiert widerständig!

Jetzt schnell anmelden: Gestalten Sie die Friedensgebete der Ökumenischen FriedensDekade 2026 mit – Plätze sind erfahrungsgemäß schnell vergriffen.

Haben Sie Erfahrungen mit Friedensarbeit in Ihrer Gemeinde? Gestalten Sie möglicherweise selbst Friedensgebete? Dann laden wir Sie herzlich ein, aktiv zum Gelingen der Ökumenischen FriedensDekade 2026 beizutragen und Ihre Stimme einzubringen!

Aufgrund der großen Nachfrage und der schnellen Ausbuchung im vergangenen Jahr empfehlen wir dringend eine frühzeitige Anmeldung!

Ihr Beitrag zum Motto „couragiert widerständig“

Wir suchen 10 bis 15 Teilnehmende für unsere Schreibwerkstatt 2026 vom 30. Januar bis 1. Februar 2026 in Hatten (Niedersachsen).

Gemeinsam werden wir uns dem Motto „couragiert widerständig“ widmen. Im Schreiben, Hören und Austauschen entstehen Meditationen, Kurzandachten und Gebete, die später die Grundlage für das Gebets-Leporello 2026 und die peace and pray App bilden.

Das erwartet Sie in der Schreibwerkstatt:

  • Biblische Grundlage: Gemeinsames Suchen und Zusammenstellen passender Bibelstellen zum Thema Widerstand und Courage.

  • Kreatives Verfassen: Zeit zum Verfassen eigener Texte und zum gegenseitigen Vorstellen und Besprechen der Ergebnisse.

  • Spannende Exkursion: Wir tauchen tief in das Motto ein, indem wir Zeitzeugen der Auseinandersetzung um die Namensgebung der Universität Oldenburg nach Carl von Ossietzky treffen. Hier wird erlebbar, was couragiert widerständig in der Praxis bedeutet.

Organisation und Anmeldung

Datum Freitag, 30. Januar 2026 (bis 16:00 Uhr) – Sonntag, 1. Februar 2026 (ca. 13:00 Uhr)
Ort Evangelische Gästehäuser in Hatten
Kosten Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden von der FriedensDekade übernommen. Fahrtkosten werden zum Teil erstattet (bitte kostengünstig anreisen).
Anmeldeschluss 12. Januar 2026 (Aufgrund hoher Nachfrage bitten wir um zeitnahe Anmeldung!)
Anmeldung & Kontakt Bitte senden Sie Ihre Anmeldung per E-Mail an: friedensdekade@roesch-metzler.de (Bitte besondere Wünsche wie vegetarisches Essen angeben.)

Unterstützung ohne Teilnahme: Ihre Spende macht es möglich

Sie können an der Schreibwerkstatt nicht persönlich dabei sein, finden dieses Engagement aber unterstützenswert? Die Ökumenische FriedensDekade ist auf Spenden angewiesen, um die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und die Durchführung von Exkursionen für unsere ehrenamtlichen Schreiberlinge zu übernehmen.

Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie, dass die Texte für das Leporello entstehen können und die Botschaft couragiert widerständig bundesweit verbreitet wird.

Couragiert widerständig: Junge Menschen ringen öffentlich um Frieden

Ökumenische FriedensDekade 2026 im Spannungsfeld von Wehrdienst, Gewissensfreiheit und zivilem Widerstand

Am 5. Dezember 2025 haben Zehntausende Schülerinnen und Schüler in vielen Städten Deutschlands öffentlich ihre Sorge und ihren Widerspruch gegen die geplante Reform des Wehrdienstes zum Ausdruck gebracht. Anlass war die abschließende Abstimmung des Deutschen Bundestages über ein Gesetz, das ab 2026 eine verpflichtende Musterung vorsieht. Die Proteste waren vielfältig, regional sehr unterschiedlich geprägt und Ausdruck eines breiten gesellschaftlichen Ringens um Sicherheit, Verantwortung und Frieden. (Quelle u. a.: Hamburger Abendblatt)

Dieses Ringen berührt den Kern des Mottos der Ökumenischen FriedensDekade 2026: couragiert widerständig.

Widerständig sein heißt: Fragen stellen, nicht verstummen

Viele der beteiligten Jugendlichen verstehen ihren Protest als Ausdruck demokratischer Teilhabe und als ernsthafte Gewissensentscheidung. Sie fragen, welche Formen von Sicherheit unserer Gesellschaft wirklich dienen und ob militärische Logiken die richtigen Antworten auf die Krisen unserer Zeit sind.

Andere erleben dieselben Proteste kritisch oder distanziert, sei es wegen ihrer Form, ihrer Sprache oder ihrer politischen Zuschreibungen. Auch diese Wahrnehmungen gehören zur Realität unseres Landes.

Aufkleber gibt es im Friedensdekade Webshop

Lernen zwischen Schule, Staat und Gewissen

In einigen Regionen reagierten Schulbehörden mit dem Hinweis auf unentschuldigte Fehlzeiten. Damit wurde sichtbar, wie junge Menschen zwischen schulischen Pflichten, politischer Bildung und persönlichem Gewissen stehen. Für viele Jugendliche ist diese Erfahrung prägend: Demokratie wird nicht nur im Unterricht behandelt, sondern im eigenen Handeln erprobt und ausgehandelt.

Couragiert widerständig zu sein bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, einfache Antworten zu geben, sondern Widersprüche auszuhalten und Verantwortung bewusst zu übernehmen.

Kritik und Zivilcourage: Warum die Jugend Widerstand leistet

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) würdigte die Courage der Protestierenden, betonte aber gleichzeitig die Notwendigkeit der Verteidigungsfähigkeit. Die FriedensDekade akzeptiert diese Anerkennung der Courage, lenkt den Fokus aber um: couragiert widerständig bedeutet, diese Energie in die Stärkung ziviler Strukturen zu investieren.

„Wir sollen für Deutschland kriegstauglich werden, doch was ist mit unserem Recht, in Frieden zu leben?“, fragte Phil Werring aus Münster.

Berichte, wie die eines Ex-Soldaten, der wegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit aus der Truppe austrat, unterstreichen die Diskrepanz zwischen dem idealisierten Bild und der Realität. Die Jugendlichen fordern daher mehr Geld für Bildung und Soziales statt für Aufrüstung und sehen in der Wehrpflicht einen falschen Weg.

Frieden braucht Haltung und Dialog

Die aktuellen Debatten zeigen, wie sehr unser Land nach Orientierung sucht. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Er wächst dort, wo Menschen den Mut haben, Fragen zu stellen, Grenzen zu benennen und zugleich im Gespräch zu bleiben.

Die Ökumenische FriedensDekade 2026 lädt Gemeinden, Schulen, ökumenische Kreise und Initiativen ein, diesen Weg mitzugehen: nachdenklich, widerständig, dialogbereit.

Motto 2026: Den couragierten Widerstand begleiten

Die Ökumenische FriedensDekade 2026 wird diesen couragierten Widerstand begleiten. Unser Auftrag ist es, die Haltung der jungen Menschen zu unterstützen:

Räume der Auseinandersetzung ermöglichen: Wir unterstützen Foren für die Gewissensbildung und die Entscheidungsfindung der Jugendlichen.

Sichtbarkeit von Alternativen stärken: Wir helfen dabei, KDV-Beratung, Friedensbildung und zivile Konfliktlösung sichtbar zu machen.

Gemeinsames Handeln fördern: Wir ermutigen Gemeinden und Schulen, Friedenskompetenz aktiv zu lehren.

Wir stärken den Mut, Nein zur militärischen Logik zu sagen, um das Ja zu Frieden, Recht und Gerechtigkeit neu und gemeinsam zu entdecken. Damit festigen wir das Mosaik des Friedens, das durch die couragierte Haltung jedes Einzelnen in unserem Land entsteht.

Vertiefende Lektüre:

Weitere Informationen zum Schulstreik finden Sie hier:

Bleiben Sie couragiert widerständig!

Der couragierte Widerstand der jungen Generation zeigt uns den Weg: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern braucht unsere aktive Haltung.

Die FriedensDekade braucht Sie!

Um die Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig auch im nächsten Jahr kraftvoll fortsetzen zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung:

Kaufen Sie Materialien: Mit jeder Bestellung in unserem Online-Shop (Karten, Symbole) unterstützen Sie unsere finanzielle Basis und senden aktiv ein Friedenszeichen.

Spenden Sie: Ihre Spende oder Kollekte sichert die Planung und Durchführung unserer bundesweiten Friedensarbeit.

Teilen Sie unsere Artikel: Helfen Sie uns, die Botschaft des couragierten Widerstands zu verbreiten, teilen Sie diesen Artikel in Ihren Netzwerken!

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Für Frieden couragiert widerständig.

PLAKAT-WETTBEWERB ZUM MOTTO „couragiert widerständig“

AUSSCHREIBUNG

Der Verein Ökumenische FriedensDekade e.V. sucht im Rahmen eines Wettbewerbs ein medienübergreifendes Plaktmotiv (Key-Visual), das für das Jahresmotto „couragiert widerständig“ steht. Es ist dann das Erkennungszeichen für die bundesweite 46. Ökumenische FriedensDekade vom 8. – 18. November 2026 mit Gottesdiensten, Friedensgebeten und Informationsveranstaltungen in Kirchen und Gemeinden.

Das Motto „couragiert widerständig“ lädt dazu ein, Haltung zu zeigen, das eigene Gewissen zu klären und mutig für Menschenrechte, internationales Recht und Frieden einzutreten. Es ermutigt zu einer aktiven, gewaltfreien Gegenwehr gegen Unrecht, Hass und Gewalt und schlägt eine Brücke zu Widerstandsbewegungen in demokratischen und autoritären Ländern.

 

Zum Hintergrund des Jahresmottos „couragiert widerständig“

Thematisch wird sich die FriedensDekade 2026 unter anderem mit Beispielen zivilen Ungehorsams, gewaltfreien Trainings, der Bedeutung der Kriegsdienstverweigerung (KDV) sowie der Stärkung von Menschenrechten und internationalem Recht auseinandersetzen. Besondere Impulse liefern zwei Bibelstellen. Zum einen ist es die Geschichte der hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1,15-21), die einen Kindermord verhindern.

Die zweite für die FriedensDekade 2026 wichtige biblische Botschaft findet sich in 2. Timotheus 1,7. Sie erinnert uns daran, dass Gott uns nicht den „‘Geist der Furcht gegeben hat, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit‘“. Aus dieser Besonnenheit heraus wollen wir zum Handeln ermutigen, junge und alte Menschen, die weltweit „couragiert widerständig“ für eine bessere Welt, für Frieden und Abrüstung eintreten. Mehr Infos zum Motto „couragiert widerstände“ finden Sie auch hier.

Prämierte Entwürfe

Das Gewinnermotiv (1. Platz) wird als Leitmotiv auf Medien der FriedensDekade 2026 eingesetzt. Als Plakat wird es viele Kirchengemeinden und Friedensinitiativen in Deutschland verbinden und auf die FriedensDekade 2026 sowie auf örtliche Veranstaltungen im Rahmen dieser Tage hinweisen. Das Motiv erscheint auch digital z.B. auf der Webseite und in anderen Medien der FriedensDekade wie z. B. als kleiner Aufkleber, als Postkarte, auf dem Arbeitsheft oder in Anzeigen in Gemeindeblättern. Weitere prämierte Motive (Platz 2 und 3) werden als Postkarten gedruckt und auf der Webseite vorgestellt.

Wir freuen uns auf Ihre Entwürfe!

Details zum Wettbewerb

FOLGENDE PREISE WERDEN VERGEBEN

  1. Preis 1.000 €
  2. Preis 500 €
  3. Preis 250 €

EINSENDESCHLUSS ist der 26. Januar 2026

Per E-Mail an: plakatwettbewerb@friedensdekade.de

Betreff: Key Visual „couragiert widerständig“

Bitte den Entwurf als PDF-Datei senden.

Bedingungen

  •  Es können maximal drei Entwürfe pro Teilnehmer:in eingereicht werden.
  • Bitte berücksichtigen Sie die grafischen Vorgaben auf den folgenden Seiten. Das Logo der
    FriedensDekade (Schwerter zu Pflugscharen) finden Sie in der beigefügten zip-Datei. Die Schriftfamilie „Lato“ erhalten Sie kostenlos
    bei Google Fonts.
  • Ihre Entwürfe sollten aus zwei Gestaltungsebenen bestehen (Ihrem Motiv/Key Visual und der
    Typografie), damit wir für verschiedene Medien Formatanpassungen vornehmen können.
  • Bitte geben Sie in Ihrer Einsendung per E-Mail Ihren Namen, Anschrift und Telefonnummer an.
  • Ihre Entwürfe werden anonym an eine Jury weitergegeben. Sie bewertet alle Wettbewerbsbeiträge
    nach den Kriterien „Inhalt, Eigenständigkeit/Idee und Technik“.
  • Mit der Einsendung gewährleisten Sie, dass die Einreichung frei von Rechten Dritter ist.
    Teilnehmende am Wettbewerb tragen das diesbezügliche Haftungsrisiko.
  • Mit der Preisverleihung gehen die Nutzungsrechte an die Ökumenische FriedensDekade e.V..
    Alle am Wettbewerb Teilnehmenden gewähren dem Verein Ökumenische FriedensDekade
    vergütungsfrei das Nutzungsrecht an den eingereichten Entwürfen zur Durchführung des
    Wettbewerbs, sowie der Berichterstattung darüber. Letztere kann in Print oder digital stattfinden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

FÜR RÜCKFRAGEN WENDEN SIE SICH BITTE AN:

Wiltrud Rösch-Metzler
Redaktion Ökumenische FriedensDekade
Telefon 07 11 – 2 62 67 20
plakatwettbewerb@friedensdekade.de

„couragiert widerständig.“ Das Motto 2026 im Angesicht der Wehrpflichtdebatte

Ein Impuls von Lars Blume 

Courage als Auftrag: Wie junge Menschen am 5. Dezember 2025 den Geist der FriedensDekade 2026 lebendig machen

Heute, am 5. Dezember 2025, treffen sich zwei entscheidende Perspektiven auf die Zukunft unseres Landes. Im Bundestag wurde die Entscheidung zur Wiedereinführung der Wehrpflicht verabschiedet. Gleichzeitig leben junge Menschen in über 100 Städten den couragierten Widerstand: Mit dem Schulstreik gegen die Wehrpflicht setzen sie ein machtvolles Zeichen. Ihr Handeln ist eine direkte Bestätigung für das Motto der Ökumenischen FriedensDekade 2026: „couragiert. widerständig.“.

Dieses Motto ist keine leere Formel, sondern ein Aufruf, sich den dominanten Narrativen entgegenzustellen. Die Jugend beweist, dass es heute darum geht, nicht nur den Frieden zu wecken (wie es das Motto des Vorjahres nahelegte), sondern ihn aktiv und öffentlich gegen alle Tendenzen der Militarisierung zu verteidigen.

Das Motto der Ökumenische FriedensDekade 2026 lädt ein, über echte Sicherheit nachzudenken: nicht laut gegen Menschen, sondern klar gegen Gewalt; nicht naiv gegenüber Bedrohungen, sondern mutig für Alternativen der Friedensbildung und des zivilen Engagements.

Mut und Motivation: Was treibt die jungen Menschen wirklich an?

Der Schulstreik zeigt eindrücklich: Die junge Generation ist bereit, Haltung zu zeigen. Doch was sind die tatsächlichen Motive, die heute junge Menschen bewegen, sei es zum Protest oder zum Dienst? Der Journalist Ulrich Schnabel beleuchtet in seinem Artikel „Die neuen Freiwilligen“ in der ZEIT (Nr. 52/2025) die komplexen Motive jener, die sich freiwillig für das Militär entscheiden. Schnabel stellt fest, dass die alten, von Hollywood oder der Netflix-Doku Marines transportierten Klischees vom hypermaskulinen Söldnertypen kaum noch tragen.

Die Forschung identifiziert vier soldatische „Archetypen“, deren Motive sich klar unterscheiden:

Der Freiheitskämpfer: Handelt extrinsisch, für ein höheres Ziel wie die Verteidigung der Demokratie.

Der Freiwillige: Handelt intrinsisch, liebt das Abenteuer, den Umgang mit Waffen und die Kameradschaft.

Der Profi: Sieht das Militär pragmatisch als Arbeitgeber mit Karrierechancen, liebt aber die Uniform und Hierarchie.

Der Söldner: Sieht das Militär rein pragmatisch als Job, dem die Umstände relativ egal sind, Hauptsache, das Geld stimmt.

Trotz dieser Kategorien kommt die Bewerberstudie der Bundeswehr zu einem überraschenden Ergebnis, das unsere These des couragierten Widerstands untermauert: Sowohl jene, die den Dienst wählen, als auch jene, die ihn ablehnen, sind überwiegend von Idealismus, Verantwortungsgefühl und dem Wunsch nach Gemeinschaft und Sinn getrieben. Werte wie Rücksicht, Partnerschaft und Eigenverantwortung sind entscheidender als Härte oder Nationalstolz.

Dieser Befund ist zentral für die Arbeit der FriedensDekade 2026. Denn diese tief verwurzelten Friedenswerte tragen auch die Friedensbewegung und sind die Grundlage für unser Motto „couragiert widerständig.“. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob junge Menschen Mut haben. Die Frage ist: Welche Vision von Sicherheit bietet unsere Gesellschaft und wohin lenkt sich ihre Courage?

Diesen und viele weiterer Artikel finden Sie in unserem Onlineshop

Was bedeutet Widerständigkeit im Kontext der Friedensarbeit?

Widerstand im Sinne des Mottos „couragiert. widerständig.“ ist eine aktive, gewaltfreie Haltung. Wir setzen einen widerständigen Impuls gegen:

Gesellschaftlichen Druck und Polarisierung: Wir stellen uns gegen die Tendenz, Krieg als alternativlos hinzunehmen und Sicherheit primär militärisch zu denken. Die Fokussierung auf die Wehrpflicht lenkt Ressourcen von der dringenden Stärkung ziviler Konfliktlösung ab.

Mangelnde Beteiligung: Wir wenden uns gegen eine Logik, die 18-Jährige mit Fragebögen konfrontiert, aber zu wenig Räume für Friedensbildung und tiefgehende Gewissensarbeit schafft. Die Geschichte des zivilen Ungehorsams, bezeugt durch die hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1,15-21), wird zum zentralen Thema der FriedensDekade 2026.

Die entscheidende Frage lautet: Welche Zukunft bauen wir mit diesen jungen Menschen? Eine, die sie in Uniform bringt, oder eine, die sie darin unterstützt, Konflikte konstruktiv und auf Basis ihrer mitgebrachten Friedenswerte zu lösen?

Unser Auftrag 2026: Die Courage für den Frieden stärken

Das Motto „couragiert widerständig.“ ist der Kompass für die Ökumenische FriedensDekade 2026 und leitet uns zu unterstützenden Schritten an:

Räume der Auseinandersetzung ermöglichen: Wir unterstützen die Entstehung von Foren und Diskussionsrunden, in denen junge Menschen ihre Fragen stellen, ihre Gewissensentscheidungen begleiten und ihre Haltung entwickeln können.

Sichtbarkeit von Alternativen stärken: Wir helfen dabei, KDV-Beratung, Friedensbildung und Gewissensarbeit sichtbar zu machen und alternative, zivile Wege zur Konfliktlösung zu stärken.

Gemeinsames Handeln fördern: Wir ermutigen Gemeinden und Schulen, Friedenskompetenz aktiv zu lehren. Unser Ziel ist es, den Mut zu stärken, Nein zu sagen, und das Ja zu Frieden, Recht und Gerechtigkeit neu zu entdecken.

Lasst uns gemeinsam eine widerständige Hoffnung pflegen. Eine Zukunft in der, Waffen und Abschreckung nicht als einzige Alternative verstanden werden. Wir laden Sie ein, sich uns anzuschließen und die FriedensDekade 2026 zu einem starken Signal für den Frieden zu machen.

Bleiben Sie couragiert widerständig!

Der couragierte Widerstand der jungen Generation zeigt uns den Weg: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern braucht unsere aktive Haltung.

Die FriedensDekade braucht Sie!

Um die Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig auch im nächsten Jahr kraftvoll fortsetzen zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung:

Kaufen Sie Materialien: Mit jeder Bestellung in unserem Online-Shop (Karten, Symbole) unterstützen Sie unsere finanzielle Basis und senden aktiv ein Friedenszeichen.

Spenden Sie: Ihre Spende oder Kollekte sichert die Planung und Durchführung unserer bundesweiten Friedensarbeit.

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Für Frieden couragiert widerständig.

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